veröffentlicht am: Mittwoch 18 Januar 2012
Serie von Entführungen und Angriffen fordert über 100 Tote unter den Christen Syriens
Land: Mittlerer Osten und Nordafrika, Syrien
Seit Beginn der Anti-Regierungsproteste leiden die Christen in Syrien unter einer Reihe brutaler Morde und Entführungen: Bereits über hundert Christen wurden getötet.
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Laut einer zuverlässigen Quelle, die aus Sicherheitsheitsgründen ungenannt bleiben muss, haben es die Entführer insbesondere auf Kinder abgesehen. Falls das verlangte Lösegeld nicht bezahlt wird, werden die entführten Opfer hingerichtet.
Die Quelle machte auch detaillierte Angaben zu Übergriffen, die seit Weihnachten in Syrien stattgefunden haben; gewisse Einzelheiten können aus Sicherheitsgründen jedoch nicht veröffentlicht werden. In zwei unabhängigen Fällen wurden zwei Christen entführt und später tot aufgefunden. Beim ersten handelte es sich um einen 28-jährigen Mann, der erhängt und mit Verletzungen übersät entdeckt wurde. Das zweite Opfer, ein 37-jähriger christlicher Vater mit einer schwangeren Frau, wurde in Stücke gehackt und in einen Fluss geworfen. Vier weitere Christen werden nach wie vor vermisst und ihre Entführer drohten, sie ebenfalls hinzurichten.
Bereits am 15. Januar wurden zwei Christen getötet, als sie vor einer Bäckerei auf Brot warteten. Ein weiterer Christ, ein 40-jähriger Vater zweier Kinder, war in seinem Auto unterwegs, als er von drei bewaffneten Angreifern erschossen wurde.
Diese jüngsten Berichte erinnern an die brutalen anti-christlichen Übergriffe im Irak, die seit der Invasion des amerikanischen Militärs 2003 zur Tagesordnung gehören, und sorgen angesichts der anhaltenden anti-Regierungsproteste für zunehmende Sorge um die Zukunft der Christen in Syrien.
Syrien ausschlaggebend in regionalem Machtkampf
Mehrere Experten und Berichterstatter haben die Darstellung der Unruhen in Syrien in den westlichen Medien in Frage gestellt und argumentieren, dass es sich dabei nicht nur um einen internen Konflikt zwischen der Regierung und den Rebellen handelt, sondern um einen internationalen Machtkampf um die Vorherrschaft im Nahen Osten.
Aisling Byrne, eine Journalistin der Asia Times Online, erklärt:
Was wir in Syrien sehen ist eine gezielte Kampagne um das Assad-Regime zum Sturz zu bringen und es mit einer „Regierung zu ersetzen, die „kompatibler“ ist mit den regionalen Interessen der USA. Nicht zum ersten Mal beobachten wir ein enges Bündnis zwischen amerikanischen und britischen Neukonversativen und islamistischen Kräften (Berichten zufolge stehen einige davon auch in Verbindung mit Al-Qaida), um einen Regime-Wechsel in einem gemeinsamen „feindlichen“ Staat herbeizuführen.Im Kampf um die regionalen Machtverhältnisse stehen die USA, die Golfstaaten und die sunnitisch-muslimischen Länder Saudi-Arabien und Katar dem schiitischen Regime im Iran und der Terrororganisation Hisbollah gegenüber. Syrien ist ein wesentlicher Bestandteil der iranischen Machtkonstellation im Mittleren Osten und „außer des Zusammenbruchs der Islamischen Republik Irans selbst“, so erklärte der saudische König Abdullah, „würde den Iran nichts mehr schwächen, als Syrien zu verlieren.“ Ein Großteil des Konflikts wird von Saudi-Arabien und Katar angeheizt, die nun in Syrien dasselbe anstreben, das sie schon in Tunesien, Ägypten und Libyen erreicht haben: Die Errichtung eines sunnitisch-salafistischen Staates, der den Druck auf den Iran verstärken wird.
Die Wahrscheinlichkeit eines Militäreinsatzes der Westmächte gegen das Assad-Regime und auf Seiten der syrischen Rebellen nimmt zu, doch die Konsequenzen eines solchen Feldzugs sind potentiell verheerend für die Kirche in Syrien. Unter Präsident Assad genossen Christen ein beträchtliches Maß an Schutz und Freiheit. Sein Sturz könnte den Weg ebnen für eine tragische Wiederholung der nahezu vollständigen Vernichtung der Christen im Irak nach dem Ende des Regimes von Saddam Hussein, als dort die einst zahlreiche christliche Bevölkerung innerhalb weniger Jahre auf ein paar hunderttausend Gläubige reduziert wurde.
Patrick Sookhdeo, Internationaler Direktor des Barnabas Funds, sagte:
Die Christen Syriens leiden bereits schwer unter den politischen Unruhen im Land. Im Falle einer vom Westen unterstützen militärischen Intervention wird sich ihre Situation höchstwahrscheinlich weiter verschlimmern. Die Christen im Westen sollten nicht untätig dabei zuschauen, wie ihre Regierungen Syrien – und somit auch die syrischen Kirchen – aufgrund ihrer eigenen politischen Interessen zerstören. Ich appelliere an alle Christen, nicht blindlings alle Berichte in den Massenmedien zu akzeptieren, sondern die sorgfältig durchdachten Argumente von abweichenden Stimmen in Betracht zu ziehen. Wir müssen beten, dass Gott sein Volk in Syrien vor einem ähnlichen Schicksal, wie das der Christen im Irak, beschützt. Als der Barnabas Fund 2003 nach der illegalen, von den USA angeführten Invasion über die schrecklichen Gewalttaten gegen irakische Christen berichtete, gab es zahlreiche Skeptiker, die den Geschichten keinen Glauben schenkten. Heute wird dies unbestreitbar als Tatsache akzeptiert.Externe Links
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Read elizabethkendal.blogspot.com article SYRIA: false narratives and propaganda (Inhalt auf Englisch)
Read Asia Times Online article A mistaken case for Syrian regime change (Inhalt auf Englisch)
- Beten wir, dass die Christen in Syrien in diesen stürmischen Zeiten Gottes Frieden erfahren, ganz speziell diejenigen, die einen geliebten Menschen verloren haben. Beten wir für alle, die während des anhaltenden Konflikts Verluste erlitten haben und bitten wir den Herrn, dass Er die Christen Syriens auch weiterhin seine Gegenwart aufbaut.
- Bitten wir um Weisheit und Einsicht für die westlichen Regierungen, dass sie sich den Konsequenzen ihrer Handlungen im Blick auf Syrien bewusst sind.
- Bitten wir um eine faire, ausgewogene und genaue Darstellung des Konflikts in Syrien in den westlichen Medien.

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