veröffentlicht am: Mittwoch 29 Juli 2009
Nigeria: In zwei Tagen wurden von islamischen Kämpfern in vier Staaten Kirchen zerstört und Polizeistationen angegriffen
Projekt(e): 39-838
Land: Nigeria
In vier Staaten Nord Nigerias forderten koordinierte Angriffe militanter muslimischer Gruppen am Sonntag und Montag 80 Todesopfer, darunter zwei Pastoren. Nach Berichten wurden mindestens sieben Kirchen zerstört, andere Ziele waren vier Polizeistationen, ein Gefängnis und eine Zollstelle.
Die Gewalt nahm am Sonntag, 26. Juli in Maiduguri, der Hauptstadt des Staates Borno, mit Brandstiftung an einer Polizei Station, einem Gefängnis und fünf Kirchen ihren Anfang. Ebenfalls im Staat Borno wurde eine Zollstelle abgebrannt. Am nächsten Tag weitete sich die Gewalt in den Staat Yobe aus, wo eine Polizeistation angezündet und zwei Kirchen zerstört wurden. Auch aus den Nachbarstaaten Bauchi und Kano wurden Angriffe auf Polizeireviere gemeldet. Die Polizei berichtet, dass 50 Angreifer und fünf Polizeibeamte umkamen, andere Quellen schätzen die Zahl der Toten auf 150 bis 250.
Die Gewalt ließ nach, als eine Ausgangssperre verhängt wurde. Die Sicherheitskräfte gehen nun scharf gegen die Angreifer vor.
In bestimmten Staaten Nigerias kommt es immer wieder zu großflächigen Gewalttaten gegen Christen, aber in diesem jüngsten Gewaltausbruch scheint es, dass die Polizei ebenso Ziel der Angriffe war wie die Christen. Viele Menschen vor Ort haben den Eindruck, die Polizei hätte in den vergangenen Monaten viel entschiedener gegen gewalttätige Muslime vorgehen können, dies aber nicht tat, weil viele dieser Radikalen aus einflussreichen Familien stammen.
In der letzten Runde von Ausschreitungen wurden Ziele im Staate Kaduna zwar bedroht, aber nicht angegriffen. Pfarrer Joseph John Hayab, der Generalsekretär der Christlichen Vereinigung Nigerias (Christian Association of Nigeria - CAN) in Kaduna, drückte Befürchtungen aus, dass Christen in diesen Konflikt mit hineingezogen werden können, den er als Auseinandersetzungen zwischen militanten Muslimen und staatlichen Behörden ansieht. „Bevor wir so recht wissen, was geschieht, können wir (Christen) zu Opfern von etwas werden, was uns gar nicht bewusst ist," meinte er.
Dr. Patrick Sookhdeo, der internationale Direktor des Barnabas Fund, sagt: „Unsere Geschwister in Christus in Nordnigeria werden häufig Opfer von Gewalttaten, von Brandstiftung an Kirchen bis zu Toten, wie wir es in den letzten Tagen erst wieder gesehen haben. Nur zu oft, scheint es, dass die Angriffe, wie im vorliegenden Fall, gut geplant und inszeniert werden. Bitte beten Sie um Frieden und Stabilität in diesem Teil Nigerias, und ebenso um Freiheit und Gerechtigkeit für die christliche Minderheit, die in den Staaten, in denen die Scharia-gesetzgebung gilt, viel zu leiden haben. Bitte beten Sie auch, dass die Christen sich nicht zu Racheakten hinreißen lassen."
Wer trägt die Verantwortung?
Die militanten Gruppen, die diese Angriffe initiierten und koordinierten, werden vor Ort „Boko Haram" (was heißt „Westliche Bildung ist Sünde") oder die „Nigerianische Taliban" genannt, obwohl nicht bekannt wäre, dass sie Verbindungen zu den Taliban in Afghanistan unterhielten. Wie die Gruppe sich selber ennent, ist nciht bekannt, außer, dass sie manchen Quellen zufolge zu der „As-Sunna wal Jama'a (Arabisch für „Die Gemeinschaft, die Muhammads Wegen folgt") gehört.
Das Ziel der Gruppe, die in Maiduguri gegründet worden war, scheint darin zu bestehen, Nordnigeria einer extremen Form des Schari'a-Gesetzes zu unterwerfen, und westlich geprägten Schulunterricht abzuschaffen. Vielleicht zielen sie auch auf das ganze Land. Ihr Anführer und viele der Mitglider scheinen Akademiker zu sein, und manche aus reichen, einflussreichen Familien zu stammen. Alle vier Staaten, die von den Gewalttaten betroffen waren, praktizieren schon das (islamische) Schari'a Gesetz, aber offensichtlich nicht so konsequent wie es diese militanten Gruppen gerne hätten.
Der gleichen Gruppe wird die Verantwortung für die Gewaltakte gegen Christen in Bauchi im Februar (Neun Christen bei Gewaltausbrüchen in Nordnigeria umgekommen) zugerechnet. As-Sunna wal Jama'as erste Runde konzertierter Angriffe begann am 31. Dezember 2003 in drei Städten des Staates Yobe.
Können Sie den christlichen Opfern helfen?
Möchten Sie den Opfern dieser jüngsten Gewalttaten Ihre Hilfe zukommen lassen? Bitte klicken Sie hier, um online über unseren sicheren Server zu spenden. (Bitte geben Sie die Projektnummer 39-838 an)
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Bitte beten Sie, dass es den nigerianischen Sicherheitskräften gelingt, Frieden und Stabilität in Nordnigeria herzustellen.
Beten Sie für alle, die um Familienangehörigen, die in diesen Gewaltausbrüchen ums Leben kamen, trauern. Denken Sie besonders an Freunde, Familien und Gemeinden der beiden getöteten Pastoren. Beten Sie für die Christen in den Staaten Borno und Yobe, deren Kirchen abgebrannt wurden, dass sie Mittel und Genehmigungen zum Wiederaufbau erhalten können.
Beten Sie, dass die Christen auf diese Gewalt in christusähnlicher Weise reagieren können, und dass diese Haltung eine starke Botschaft an die muslimische Mehrheit sendet.

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