veröffentlicht am: Dienstag 06 September 2011
Fokus Fürbitte 09/11
Land: China, Iran, Sri Lanka, Sudan, Süd-und Ostasien, Zentralafrikanische Republik, Afrika, Mittlerer Osten und Nordafrika, Irak, Algerien, Türkei, Indonesien
- Algerien und Türkei: Kirchen werden rechtlich anerkannt
- Laos: Gottesdienste in Privathäusern verboten
- Irak: Christen Ziel von Bombenanschlägen auf Kirche
- Indonesien: Zwei Hauskirchen in Brand gesetzt
- Iran: Pastor aus Haft entlassen, aber Behörden beschlagnahmen Bibeln
- Sri Lanka: Christen angegriffen, Kirche durch menschliche Exkremente entweiht
- Sudan: Christen verfolgt im Krieg des Schreckens
- China: Razzia in Sommerlager für Kinder
Algerien und Türkei: Kirchen werden rechtlich anerkannt
In Algerien freuen sich die Christen, dass die größte protestantische Gruppe des Landes offiziell von den Behörden anerkannt wurde. Am 18. Juli empfing der Leiter der Vereinigung der protestantischen Kirchen in Algerien (EPA) vom Innenminister eine Genehmigung, die allen angeschlossenen Kirchen das Recht der Versammlungsfreiheit für Gottesdienste zubilligt. Ein hochrangiger christlicher Leiter nannte dies einen „historischen Tag in Algerien für alle Algerier, die an Christus glauben". Die EPA, der die meisten protestantischen Kirchen in Algerien angehören, hat nun das Recht, Immobilien für christliche Aktivitäten zu mieten, zu kaufen und/ oder zu bauen. Diese neue Genehmigung hebt eine polizeiliche Anordnung vom Mai auf, die zur andauernden Schließung aller christlichen Gotteshäuser im ganzen Land geführt hätte, die nicht für religiöse Zwecke von der Regierung ausgewiesen worden waren (vgl. Fokus Fürbitte Juli).
Eine Hausgemeinde in der Türkei hat endlich, nach einer langen Auseinandersetzung mit den Behörden, die rechtliche Anerkennung bekommen. Dieser Fall verdeutlicht die endlosen Schwierigkeiten, mit denen türkische Christen in Bezug auf Gottesdiensträumlichkeiten zu kämpfen haben. Sieben Jahre lang hatte sich die protestantische Gruppe in der Provinz Van im Osten der Türkei in einem zweistöckigen Gebäude versammelt und während dieser Zeit viele Versuche unternommen, für dieses Haus eine Anerkennung als Gotteshaus zu bekommen. Die Behörden sind zwar der Bitte der Gemeinde nachgekommen, scheinen ihr gegenüber aber weiterhin feindlich eingestellt zu sein. Vahit Yildiz, einer der Ältesten der Gemeinde, sagte, dass das einzige Anliegen der Gemeinde sei, ungehindert Gottesdienste zu feiern, aber dass die Behörden sie als Bedrohung empfinden.
Die protestantischen Kirchen sowohl in Algerien als auch in der Türkei setzen sich hauptsächlich aus Konvertiten aus dem Islam und deren Kindern zusammen.
- Danken Sie für diese guten Nachrichten aus Algerien und der Türkei und beten Sie, dass dies Schritte hin zu mehr Toleranz gegenüber Christen in beiden Ländern sein mögen.
- Beten Sie, dass die Registrierung für die einzelnen Gemeinden in Algerien reibungslos von statten geht und dass die Behörden die Anträge wohlwollend bearbeiten werden.
Laos - Christliche Gottesdienste in Privathäusern verboten
In einem Dorf in Laos wurden christliche Gottesdienste in Privathäusern verboten und in anderen Landesteilen wurden Christen verhaftet.
Am 10. Juli hielten Pastor Seng Aroun und drei andere Christen eine Versammlung in einem Haus im Dorf Sounya im Distrikt Namtha in der Provinz Luang Namtha ab. Sie wurden verhaftet mit der Begründung, sich ohne eine Erlaubnis versammelt zu haben. Alle außer Pastor Aroun wurden nach drei Tagen aus der Haft entlassen. Nachdem sich 2002 an die 400 Bewohner bekehrt haben, wurden die Christen im Dorf Sounya immer wieder verfolgt. Sie haben sich in Privathäusern getroffen nachdem die Behörden ihr Kirchengebäude vor zwei Jahren zerstört haben. Nun ist ihnen untersagt worden, Gottesdienste in Privathäusern zu feiern.
Am selben Tag wurde Vong Veu im Dorf Pookong im Distrikt Viengkham in der Provinz Prabang verhaftet. Ihm wurde vorgeworfen, das Christentum angenommen zu haben und es wurde ihm nahegelegt, seinen Glauben aufzugeben, um seine Unschuld zu beweisen und zur traditionellen Religion Laos, dem Animismus, zurückzukehren; er weigerte sich. Zu Beginn dieses Jahres wurden der Gemeindeälteste Abee Weng und drei andere Christen verhaftet, als sie sich auf dem Rückweg vom Dorf Pookong in die Stadt Luang Prabang befanden. Sie waren nach Pookong eingeladen worden, um neuen Gläubigen zu helfen, im Glauben zu wachsen. Ihnen wurde vorgeworfen „ausländische Religionen zu verbreiten und traditionelle Laos Religionen zu zerstören".
Nach vier Tagen wurden sie aus der Haft entlassen.
- Bringen Sie die Christen vor den Herrn, die in Laos dieses Jahr verhaftet wurden. Beten Sie, dass sie weiterhin den Herrn Jesus preisen, selbst in Zeiten der Prüfung.
- Beten Sie, dass die Kirche in Laos wächst, trotz der Restriktionen; und beten Sie, dass Christen mehr Freiheit bekommen, sich zu versammeln und Gottesdienste zu feiern.
Irak - Christen Ziel von Bombenanschlägen auf Kirchen
Am 2. August detonierte in den frühen Morgenstunden eine Autobombe in der Nähe einer Kirche in Kirkuk im Norden des Irak. Das Gebäude wurde schwer beschädigt, außerdem wurden ungefähr 30 andere Häuser in der Umgebung der vorwiegend von Christen und Türken bewohnten Wohngegend in Shaterlo getroffen; Autos, die sich in der Nähe befanden, brannten ebenfalls aus. Durch den Anschlag wurden 23 Personen verletzt, darunter ein neugeborenes Baby und der Leiter der Kirche, Pfarrer Imad Yalda, der sich zum Zeitpunkt der Explosion allein in der Kirche befand. Ein Christ namens Mati Shaba wurde schwer verletzt.
Nach der Explosion entdeckte die Polizei andere mit Sprengstoff beladene Fahrzeuge vor zwei anderen Kirchen in Kirkuk und entschärfte die Bomben. Der stellvertretende Polizeichef von Kirkuk, General Torhan Abdulrahman sagte: „ Diese Anschläge standen in Zusammenhang mit- einander und sollten die Kirchen gleichzeitig treffen."
Diese aufeinander abgestimmten Anschläge ereigneten sich nur einen Monat nachdem die erste Kirche, die im Irak seit dem Beginn der von den USA geführten Invasion 2003 gebaut wurde , in Kirkuk eröffnet wurde.
Der Barnabas Fund unterstützt Kirchen in Kirkuk.
- Beten Sie um Genesung für die Menschen, die bei den Anschlägen im Irak verletzt wurden und beten Sie, dass sie Trost im Herrn finden.
- Beten Sie um Schutz für die Christen im Irak. Beten Sie, dass sie fest bleiben mögen und weiterhin an ihrem Glauben an Christus in dieser unruhigen Zeit festhalten.
Indonesien - Zwei Hauskirchen in Brand gesetzt
Am 1. August kam in Logas Tanah Darat in der Provinz Riau auf der Insel Sumatra in Indonesien ein Mob von ungefähr 100 Personen zu einem Haus, das von einer nicht registrierte Gemeinde für Gottesdienste genutzt wurde. Sie bedrohten die Gemeindemitglieder mit Messern, verteilten in dem Gebäude Benzin und zündeten es an. Am Vorabend war ein Haus in der Nähe, das ebenfalls für Gottesdienste genutzt worden war, in Pasarbaru im Bezirk Pangean, niedergebrannt worden. Zum Zeitpunkt der Brandstiftung befanden sich mehrere Menschen in dem Haus, aber es gab, Gott sei Dank, keine Todesopfer.
Bei einem Versuch den Zwischenfall zu bagatellisieren, argumentierte ein Polizeisprecher, dass die Häuser „nur aus Brettern" bestanden hätten, und deshalb keine richtigen Kirchen gewesen seien. Aber er gab bekannt, dass die Polizei die Anschläge untersuchen werde.
- Beten Sie für die Gläubigen, die ihre Versammlungsräume verloren haben; beten Sie, dass sie sich weiter zu Versammlungen treffen können, trotz der kürzlichen Anschläge.
Iran - Pastor aus Haft entlassen, aber Behörden beschlagnahmen Bibeln
Am Montag, den 29. August, wurde Pastor Vahik Abrahamian aus der Haft entlassen, nachdem er beinahe ein Jahr im Gefängnis verbracht hat. Er war am 4. September 2010 zusammen mit seiner Frau Sonia Keshish-Avanesian und einem anderen Ehepaar verhaftet worden. Sonia, Arash Kermanjani und Arezou Teymouri wurden am 30. April auf freien Fuß gesetzt (vgl Fokus Fürbitte Juni) und Beamte hatten versprochen, dass Vahik innerhalb einer Woche entlassen werden würde; aber er wurde weitere drei Monate festgehalten, obwohl alle Anklagen gegen ihn aufgehoben worden waren.
Aber die Behörden im Iran gehen weiterhin gegen Christen vor. Nach Informationen der iranischen christlichen Nachrichtenagentur Mohabat News ist die Regierung wegen der großen Menge an Bibeln, die in das streng islamische Land eindringen, beunruhigt. Mitte August beschlagnahmten die Behörden 6500 Bibeln zwischen Zanjan und Abhar im Nordwesten des Irans.
Als die Beschlagnahmung der Bibeln bekannt gegeben wurde, erklärte ein Berater des Parlaments, dass christliche Missionare versuchten, die Menschen im Iran zu täuschen, besonders die iranische Jugend. Er fügte hinzu: „ Sie haben eine riesige Kampagne gestartet und Unsummen ausgegeben und falsche Propaganda verbreitet, um die Öffentlichkeit in die Irre zu führen." Im November 2010 haben Polizeibeamte und Revolutionsgarden 300 Bibeln in einem Bus sichergestellt und sie dann verbrannt.
- Beten Sie, dass der Herr die Herzen der Regierenden im Iran anrührt und dass die Bibelsendungen freigegeben werden und dass die Botschaft des Evangeliums sich im Iran weiter verbreitet.
- Preisen Sie Gott dass Vahik frei kam und danken Sie, dass er zu seiner Familie zurück kann. Beten sie für Vahik und Sonia um physische und psychische Heilung nach ihrem Gefängnisaufenthalt.
Sri Lanka - Christen angegriffen, Kirche durch menschliche Exkremente verunreinigt
Unabhängig von einander wurden bei drei antichristlichen Zwischenfällen in Sri Lanka die Häuser von Christen durch einen Mob beschädigt, ein Pastor von einem buddhistischen Mönch tätlich angegriffen und eine Kirche durch menschliche Exkremente verunreinigt.
Am 19. Juli wurden die Häuser von fünf christlichen Familien im Dorf Dehiwinna im Distrikt Badulla von einem Mob von ungefähr 50 Personen angegriffen. Die Angreifer bewarfen die Häuser mit Steinen und beschädigten dabei ihre Dächer; die Fensterscheiben schlugen sie mit Stöcken und Steinen ein. Einige der Familien suchten im Dschungel Zuflucht bis die Gewalttätigkeiten abebbten. Das Lebensmittelgeschäft, das einer der Familien gehörte, wurde aufgebrochen und zerstört. Der Besitzer wurde von den Angreifern verprügelt, so dass er in ein Krankenhaus
eingeliefert werden musste.
Bei einem anderen antichristlichen Übergriff wurde ein Pastor bei einer Zusammenkunft zur Landverteilung im Dorf Keviliyamaduwa im Bezirk Ampara am 10. Juli von einem buddhistischen Mönch und anderen tätlich angegriffen. Der Pastor wurde ins Krankenhaus gebracht, da er Verletzungen an den Armen und starke Schmerzen von Schlägen in die Magengegend davontrug.
Am 5. Juni wurde eine Kirche in Mahawewa im Bezirk Puttlam durch menschliche Exkremente vor dem Morgengottesdienst verunreinigt. Der Schmutz wurde vom Pastor und anderen entfernt, und der Gottesdienst konnte wie gewöhnlich beginnen. Um 10 Uhr wurde die versammelte Gemeinde von 300 Gottesdienstbesuchern gewarnt, ein Mob wäre auf dem Weg zur Kirche um den Gottesdienst zu stören. Nach einer halben Stunde traf der Mob von ungefähr 200 Menschen mit Plakaten und Protestschildern ein und verschaffte sich gewaltsam Zutritt in die Kirche. Dabei stießen sie Drohungen aus. Ein Leiter der Kirche, der versuchte, mit ihnen zu sprechen, wurde geschlagen, so dass er aus der Nase blutete. Die Polizei kam herbei, aber, anstatt sich um die Eindringlinge zu kümmern befahlen sie dem Pastor, den Gottesdienst aufzulösen. Da er sich um die Sicherheit der Gottesdienstbesucher sorgte, fügte er sich. Als die Kirchgänger die Kirche verließen, klatschten und jubelten die Eindringlinge und feierten ihren Sieg.
- Beten Sie für alle Opfer der Gewalt. Beten Sie, dass der Herr ihnen Frieden und Mut in ihrer Bedrängnis schenkt, und dass Er sie befähigt, effektiv Zeugen für Ihn zu sein.
- Beten Sie um Gottes Schutz für all unsere Brüder und Schwestern in Sri Lanka und beten Sie, dass Menschen, die sich an Gewalt gegen sie beteiligen, zur Umkehr kommen und im Herrn Rettung finden.
Sudan - Christen verfolgt im Krieg des Schreckens
Sudans Grenzregion befindet sich nahe an einer humanitären Katastrope, da das islamistische Regime des Nordsudans in einer Kampagne zur ethnischen Säuberung Christen verfolgt.
Nachdem der Süden für die Unabhängigkeit (vom Norden) gestimmt hat, erklärte Präsident Omar al-Bashir, dass der Norden 100% arabisch und muslimisch werden soll. Dies bedeutet, dass die christliche Minderheit dort sehr bedroht ist. Der Bundesstaat Süd Kordofan, in dem die meisten Christen des Nordsudans leben, gehört weiterhin zum Nordsudan, auch nachdem der Südsudan am 9. Juli eine unabhängige Nation wurde.
Am 23. August rief Al-Bashir einen zweiwöchigen Waffenstillstand im Bundesstaat Süd Kordofan aus, wo seine Truppen bis dahin täglich Luftangriffe und Haus-zu-Haus Kämpfe durchgeführt hatten. Zehntausende Menschen sind dadurch aus ihren Häusern vertrieben worden. Ein bekannt gewordener UN-Bericht zur Lage der Menschenrechte spricht von „erheblichen Verlusten unter Zivilisten...Entführungen...willkürlichen Festnahmen und willkürlicher Freiheitsberaubung; gezielten Tötungen; Massenhinrichtungen;...Massengräbern; systematischer Zerstörung von Siedlungen; und Übergriffe auf Kirchen". Am 30. August gaben Menschenrechtsgruppen bekannt, dass die Bombenangriffe auf zivile Gebiete in Süd Kordofan weitergehen, trotz des angeblichen Waffenstillstands.
Kirchen wurden niedergebrannt und Christen verfolgt, weil angenommen wird, dass sie gegen Al-Bashirs Regierung sind. Man hat es besonders auf Pastoren abgesehen und sie gefoltert, um von ihnen die Namen ihrer Gemeindeglieder zu erfahren, aber sie haben sich geweigert, diese preiszugeben. Es gibt nun Berichte aus dem Norden die besagen, dass es den Pastoren unter Todesandrohung untersagt wurde, Gottesdienste abzuhalten.
Bischof Andudu von Süd Kordofan sagte: „Auf mein Haus wurde mit Gewehrsalven geschossen und mein Mitarbeiter konnte durch das Fenster fliehen, mein Büro und Esszimmer wurden abgebrannt... Es ist ein Krieg des Schreckens."
- Beten Sie für alle, die Angehörige bei den jüngsten Gewaltausbrüchen verloren haben. Beten Sie, dass sie den Frieden und den Trost des Herrn in ihrem Kummer erleben.
- Beten Sie, dass der Herr über sein Volk im Nordsudan wacht und dass er es vor solchen Gräueltaten bewahrt.
China - Razzia bei Sommerlager für Kinder
Am 11. August um 6 Uhr morgens brachen mindestens 100 Angehörige von verschiedenen örtlichen Behörden, darunter das Amt für religiöse Angelegenheiten, das Amt für öffentliche Sicherheit und die Polizei, in das Kindersommerlager einer „Hausgemeinde" (nicht registrierte Kirche) in der Provinz Anhui ein. Die Namen aller Kinder wurden zu Protokoll genommen und die Beamten nahmen Pastor Lu Jingxiang und drei weitere Leiter der Kirche fest. Ihnen wurde vorgeworfen, „nicht angemeldete, illegale Versammlungen" abzuhalten. Später wurden sie frei gelassen. ChinaAid berichtet, dass örtliche Behördenvertreter am Vorabend der Razzia Gerüchte verbreitet hatten, Pastor Lu verstecke Drogen und Sektenmitglieder in seinem Haus.
- Beten Sie für die Kinder, die zum Zeitpunkt der Razzia anwesend waren, und für Pastor Lu und die anderen Leiter der Gemeinde. Beten Sie, dass alle, die damit zu tun hatten, den Frieden des Herrn spüren, und dass sie sich weiterhin auf Ihn verlassen als den, der über ihnen wacht und niemals schläft noch schlummert (Psalm 121,4).

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