veröffentlicht am: Mittwoch 30 November 2011
Fokus Fürbitte Dezember 2011
Land: Süd-und Ostasien, Afrika, Mittlerer Osten und Nordafrika, Iran, Indonesien, Pakistan, Kenya, Vietnam, Aserbaidschan, Nigeria, Indien, Tunesien
- Kenia – Zwei Tote bei Angriff auf Kirche
- Nordafrika – Sieg in Tunesien scheint Wahlen des "Arabischen Frühlings" zu definieren
- Iran – Oberster Rechtsgelehrter ruft zu einem "islamischen Machtblock" auf
- Indonesien – Bürgermeister blockiert ganze Strassen um Gottesdienste zu verhindern
- Vietnam – Gewalttätiger Angriff auf Kirchen
- Aserbaidschan – Vorschlag für härtere Strafen bei religiösen Aktivitäten
- Nigeria – Bombenanschläge auf Kirchen fordern zwei Todesopfer
- Indien – Pastor nach der Bekehrung eines Muslims verhaftet
- Pakistan – “Jesus Christus wird in SMS Nachrichten verboten
“Macht euch5 um nichts Sorgen! Wendet euch vielmehr in jeder Lage mit Bitten und Flehen und voll Dankbarkeit an Gott und bringt eure Anliegen vor ihn”Phil 4,6
Kenia – Zwei Tote bei Angriff auf Kirche
Am Samstag, 5. November wurde ein Kirchengebäude in Garissa, Kenia mit einer Granate angegriffen. Die Explosion traf das Haus eines Gemeindeältesten und tötete dessen Sohn und ein Mitglied des Kirchenchors. Eine Frau und ihre zwei Enkel wurden ebenfalls verletzt.
„Das ist erst der Anfang“, hörte eine Zeugin die Angreifer unmittelbar nach dem Anschlag sagen. Die Polizei vermutet, dass die Attacke in der mehrheitlich muslimischen Stadt religiös motiviert war, und dass Sympathisanten von al-Shabaab dafür verantwortlich sein könnten.
- Beten wir für all diejenigen, die geliebte Menschen verloren haben oder verletzt wurden. Beten wir, dass der Herr ihnen Güte schenkt, um den Angreifern zu vergeben.
- Beten wir, dass Gott sein Volk in Kenia angesichts der Gewalt und der Dürre stärken und segnen wird. Beten wir, dass Er über ihnen wachen und für all ihre Bedürfnisse sorgen wird.
Nordafrika - Sieg in Tunesien scheint Wahlen des "arabischen Frühlings" zu definieren
Eine einstmals verbotene islamistische Partei verzeichnete einen großen Erfolg bei den Wahlen in Tunesien. Die Wahlresultate des Landes, in dem der Arabische Frühling seinen Anfang genommen hatte, könnten den Ton angeben für die Wahlen in alle anderen Nationen, die 2011 an den Aufständen beteiligt gewesen waren.
Die islamistische Ennahda Partei, die unter Präsident Ben Ali verboten gewesen war, setzte sich am 23. Oktober bei den tunesischen Wahlen als stärkste Partei durch und gewann über 40% der Sitze in der Nationalversammlung.
Tunesien war unter den arabischen Staaten lange als eines der westlichsten, säkularsten und liberalsten Länder bekannt gewesen. Da die islamistischen Kräfte in Tunesien erfolgreich waren, ist es sogar noch wahrscheinlicher, dass sie in Ägypten (wo die Wahlen am 28. November begonnen haben) und 2012 in Libyen triumphieren werden. Die gestürzten Führer aller drei Länder waren in der Lage gewesen, die extrem islamistischen Parteien in ihren Aktivitäten einzuschränken, doch diese gewannen im Laufe der Revolution mehr und mehr an Einfluss.
Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die Ägypter in der ersten Phase des Wahlprozesses, der bis März 2012 andauern wird. Vor den Wahlen besetzten tausende islamistische Aufständische den Tahir-Platz und forderten die Gründung eines islamischen Staats. Die Muslimische Bruderschaft, die landesweit stärkste islamische Partei, bildete eine Koalition mit den radikalen Salafisten um an den Wahlen teilzunehmen. Ein Sprecher sagte: „Allahs Wort muss regieren und der Islam muss in den Herzen der Bürger sein.“
Mustafa Abdel Jalili, der Vorsitzender des Nationalen Übergangsrats in Libyen gab am 22. Oktober bekannt: „Wir sind ein islamisches Land. Wir sehen den Islam als den Kern unserer neuen Regierung und die Verfassung wird auf unserer islamischen Religion basieren.“ Jalilis Aussage wurde mit lautstarken „Allahu Akbar“ („Gott ist gross“) Rufen begrüsst.
- Seit den Revolutionen in Nordafrika haben anti-christliche Feindseligkeiten markant zugenommen, vor allem in Ägypten. Beten wir für unsere christlichen Brüder und Schwestern in dieser Region und beten wir, dass der Herr ihnen während der politischen Unruhen Stärke und Schutz gewähren möge.
- Beten wir, dass der Herr die Wähler in Ägypten und Libyen leitet und bitten wir Ihn, unsern Herrn, dass Er eine positive Veränderung und mehr Freiheit für die christlichen Gemeinschaften der Region herbeiführt.
Iran – Oberster Rechtsgelehrter ruft zu einem "islamischen Machtblock" auf
In einer Ansprache am 5. November vor über 2.5 Millionen Pilger, die sich auf der Haddsch in Saudi Arabien befanden, rief Irans Oberster Rechtsgelehrter alle mehrheitlich muslimischen Nationen zu einem „internationalen islamischen Machtblock“ auf und stellte die Westmächte so vor eine bedrohliche Herausforderung. Ayatollah Seyyed Ali Khamenei sagte, die islamischen Länder sollten „das Beste“ aus der „Chance“ des arabischen Frühlings und der weltweiten anti-kapitalistischen Bewegung machen.
Gemäss dem Ayatollah wurde der Islam zum Leitprinzip der arabischen Aufstände, trotz der Bemühungen der säkularen Anführer, den Einfluss der Religion auf ihre Länder zu unterbinden. Nach dem Sieg der islamistischen Ennahda Partei in Tunesien sagt Ayatollah ähnliche Resultate für alle anderen Regionen voraus: „In jedem islamischen Land werden freie Wahlen ohne Zweifel kaum zu einem anderen Resultat wie in Tunesien führen.“
„Der Westen, die USA und der Zionismus sind schwächer als je zuvor“, sagte Ayatollah und kündete so eine globale Machtverschiebung und bedenkliche Herausforderung für die Westmächte an. Er rief die gesamte umma (islamische Gemeinschaft) und ganz speziell die revolutionären Nationen dazu auf, sich auch weiterhin vor den „Plänen der arroganten internationalen Mächte“ zu hüten.
- Beten wir für die Christen im Mittleren Osten und in Nordafrika, die oft mit dem Westen in Verbindung gebracht werden. Beten wir um Schutz für die christliche Gemeinschaft, die sich bereits wegen des arabischen Frühlings sehr angreifbar fühlt.
Indonesien – Bürgermeister blockiert ganze Strassen um Gottesdienste zu verhindern
Am Sonntag, dem 13. November wurden die Mitglieder der Yasmin Kirche (GKI) in Bogor dazu gezwungen, sich im Haus eines Gläubigen zu treffen, als die ihnen der Zutritt zu ihrem Grundstück von Sicherheitskräften und muslimischen Extremisten verhindert wurde.
Seit ihnen 2008 die Baubewilligung für ihre Kirche entzogen worden war, hielt die Gemeinde ihre Gottesdienste auf der Straße vor dem halbfertigen Gebäude ab. Am 9. Oktober schickte Bürgermeister Diani Budiarto Sicherheitskräfte in die Nachbarschaft, als sich die Gemeinde zum allwöchentlichen Gottesdienst unter freiem Himmel versammelte. Der Bürgermeister warnte die Christen, dass er ihnen den Zutritt zu den umliegenden Straßen verweigern würde um sie vom Gottesdienst abzuhalten. Weniger als einen Monat später, trotz der expliziten Anweisung des Obersten Gerichtshofs, dass die Kirche wieder eröffnet werden soll, machte er seine Drohung war und blockierte alle Straßen, die zur Kirche führten.
Aufgrund seiner Weigerung, den Gerichtsentscheid zu Gunsten der Kirche zu akzeptieren, gerät Bürgermeister Budiarto zunehmend unter Druck. Der Vorsitzende für Religionsangelegenheiten der indonesischen Demokratischen Partei des Kampfes (PDIP) sagte, dass der Bürgermeister die Verfassung verletzt und gegen die Rechte der Mitglieder der Yasmin Kirche verstoßen habe. Der Präsident der indonesischen Rechtsstiftung schrieb an den indonesischen Präsidenten und bat ihn, gegen diesen Gesetzesverstoß vorzugehen. Der muslimische Professor Azyumardi Azra, Dekan der Staatlichen Islamischen Universität in Ciputat (in Süd-Tangerang) verurteilte die „Trägheit“ der Regierung in der Verfolgung des Bürgermeisters von Bogor, der wegen seiner Behandlung der Kirche vor Gericht gestellt werden sollte, sagte Azra.
- Danken wir Gott für die Unterstützung so vieler Organisationen für die Gemeinde in Bogor. Beten wir, dass der Bürgermeister den Christen erlaubt, sich in ihrem Kirchengebäude zum Gottesdienst zu versammeln.
- Danken wir Gott, dass sich die Gemeinde trotz des Drucks und des fehlenden Versammlungsraums auch weiterhin trifft. Beten wir, dass sie Gottes Friede erfahren dürfen in dieser schwierigen Zeit.
Vietnam – Gewalttätiger Angriff auf Kirche
Bei einem gewalttätigen Angriff einer Gang auf eine nicht-registrierte Hauskirche wurden zwölf Christen schwer verletzt.
Der Überfall auf das Treffen, das im Haus von Pastor Nguyen Danh Chau in Hanoi stattfand, ereignete sich am Morgen des 13. Novembers. Fünf Männer, vier Frauen und drei Jugendliche wurden verletzt. Der Pastor wurde bewusstlos geschlagen und die Gang drohte, ihn umzubringen, falls er weiterhin Treffen für die Hauskirche organisiert.
Während des Angriffs rannten die Mitglieder der Gang auf die Straße und versuchten, dem „christlichen Pastoren“ die Schuld an den Gewaltausschreitungen anzulasten. Sie riefen, dass diese „rigoros Leute zusammenschlügen.“
Der Überfall ereignete sich nach einem Angriff auf ein Haus in der Quang Nam Provinz, das einer offiziell anerkannten Gemeinde gehörte. Eine zwanzigköpfige Bande drohte, die Kirche zu zerstören und alle Gemeindemitglieder umzubringen. Es wird vermutet, dass die vietnamesische Regierung Gangs anheuert, um Kirchen anzugreifen; die Täter werden nur selten bestraft.
- Beten wir für all diejenigen, die von den Banden angegriffen wurden. Beten wir, dass sie Gottes Trost und Heilung erfahren und sich von dieser Tortur erholen.
- Beten wir um Standhaftigkeit für die Christen in Vietnam und bitten wir den Herrn, seinem Volk Kraft zu schenken um die Verfolgung auszuhalten.
Aserbaidschan – Vorschlag für härtere Strafen bei religiösen Aktivitäten
Unter den neu vorgeschlagenen Rechtsvorschriften in Aserbaidschan könnten Christen für die Herstellung oder Verteilung von christlicher Literatur, die nicht vom Staat genehmigt wurde, mit Geldstrafen bis zu 9.000 Manat (€ 8.275) oder mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden.
Christliche Literatur wird in Aserbaidschan bereits zensuriert, doch die vorgeschlagenen Änderungen würden entweder zusätzliche Strafen einführen, oder bereits existierende Bestrafungen für eine Reihe von religiösen Aktivitäten verschärfen. Die Vorschläge sind in einer vagen, sehr interpretierbaren Sprache formuliert, die möglicherweise dazu dienen sollte, den Behörden mehr Möglichkeit zur Unterdrückung der Religionsfreiheit zu geben, so vermuten Beobachter.
Zwei parlamentarische Komitees haben die Gesetzesänderungen bereits anerkannt und es wird erwartet, dass das Parlament die Änderungen noch vor Jahresende annehmen wird. Aserbaidschan hat seine Gesetze wiederholt abgeändert, um die Auslebung der Religionsfreiheit und anderer Menschenrechte einzuschränken. Das Religionsgesetz des Landes, das in 1992 angenommen wurde, wurde seither bereits dreizehnmal abgeändert.
- Loben wir den Herrn, dass die Kirchen in Aserbaidschan trotz dieser Einschränkungen weiter wachsen.
- Beten wir für die Kirchen in Aserbaidschan angesichts der zunehmenden Einschränkungen. Beten wir, dass die Behörden das Recht zur Religionsfreiheit anerkennen und dass alle Einschränkungen gelockert werden.
Nigeria – Bombenanschläge auf Kirchen fordern zwei Todesopfer
Bei einem bewaffneten Überfall auf eine Kirche im Dorf Tabak im Staat Kaduna in Nigeria wurden am 3. November zwei Christen getötet und mindestens 12 weitere verletzt. Die Gläubigen befanden sich bei einem Gebetstreffen, als bewaffnete Männer in das Gebäude eindrangen und kurz vor Ende des Treffens das Feuer auf die versammelten Gemeindemitglieder – hauptsächlich Frauen und Kinder – eröffneten.
Pastor Yunus Nmadu, der Sekretär der Christian Association of Nigeria (CAN) im Staat Kaduna verurteilte den Angriff und drückte seine Besorgnis darüber aus, dass der Überfall trotz der „schweren Militärpräsenz in der Umgebung“ stattgefunden hatte.
Am folgenden Tag wurden bei einer Reihe von tödlichen Bombenanschlägen und Schießereien in den Staaten Yobe und Borno über 150 Menschen getötet. Die Angreifer hatten es hauptsächlich auf Sicherheitskräfte, Polizeistationen und einen Armeestützpunkt abgesehen, doch Kirchen wurden ebenfalls angegriffen. In einer hauptsächlich christlichen Nachbarschaft mit dem Namen Jerusalem in der Stadt Damaturu im Staat Yobe wurden sechs Kirchen bombardiert. Die militant islamistische Gruppierung Boko Haram bekannte sich zu den Anschlägen. Abubakar Shekau, der geistliche Führer der Gruppe, forderte seine Nachfolger zu mehr Morden und Anschlägen auf und sagte: „Wen auch immer wir umbringen, den töten wir, weil Allah sagte, dass wir töten sollen. Wir töten aus gutem Grund.“
- Beten wir um Frieden und Trost für alle Angehörigen der Opfer der Anschläge und beten wir um Heilung für alle, die verletzt wurden.
- Beten wir für unsere Brüder und Schwestern in Nigeria, die unter so vielen gezielten Gewaltanschlägen leiden müssen. Beten wir, dass sie stark bleiben in ihrem Glauben.
Indien – Pastor nach der Bekehrung eines Muslims verhaftet
Ein indischer Pastor, der einen vom Islam konvertierte Christen getauft hatte, wurde verhaftet und vor ein Scharia Gericht gestellt. Seine Kirche wurde nach der Gerichtsverhandlung ebenfalls geplündert.
Pastor Chander Mni Khanna wurde am 8. November von Großmufti Mohammed Bashiruddin von Kaschmir vor ein Scharia Gericht gerufen um sich wegen Anschuldigungen zur gezwungenen Bekehrung junger Muslime zu verantworten. Nachdem ein Video auf Youtube erschienen war, das den Pastor bei der Taufe von sieben erwachsenen konvertierten Moslems zeigte, wurde er beschuldigt, Moslems gegen Geld zu taufen. Die sieben Männer und Frauen, die von Pastor Khanna getauft worden waren, wurden ebenfalls verhaftet und angeblich in einem Versuch, sie zur Aussage gegen den Pastor zu zwingen, von der Polizei zusammengeschlagen.
Viele Muslime reagierten wutentbrannt auf das Filmmaterial und drohten, Pastor Khanna bei lebendigem Leibe zu verbrennen, alle christlichen Missionare umzubringen und deren Gebäude, Schulen und Kirchen niederzubrennen.
Nach Pastor Khannas Verhaftung stellten christliche Führer die Frage, warum die Behörden in einem Land mit einer säkularen Verfassung, die allen Bürgern das „Recht, ihre Religion frei zu bekennen, zu praktizieren und zu verbreiten“ zugesteht, sich auf die Seite eines Scharia Gerichts stellen.
- Danken wir Gott, dass Pastor Khanna auf Kaution freigelassen wurde. Beten wir, dass er die Führung und Weisheit des Herrn erfahren darf. Beten wir auch um Heilung für die konvertierten Christen und beten wir, dass sie standhaft bleiben werden in ihrem Glauben.
Pakistan – “Jesus Christus wird in SMS Nachrichten verboten
Die Pakistanischen Telekommunikationsbehörden (PTA) haben die Verwendung der Worte „Jesus Christus“ in SMS Nachrichten verboten.
Die PTA schrieb am 14. November an die pakistanischen Mobilfunkanbieter und wies sie an, Nachrichten, die nahezu 1.700 verbotene Worte und Ausdrücke enthielten, zu blockieren. Der Brief, der die Liste der Ausdrücke begleitete, sagte aus, dass diese Aktion laut des pakistanischen Telekommunikationsgesetzes von 1996, das den Versand von „falschen, fabrizierten, anstößigen oder obszönen“ Nachrichten verbiete, legal sei. Der Brief sagte auch, dass die Redefreiheit „im Interesse der Herrlichkeit des Islams“ eingeschränkt werden kann. Christen reagierten verärgert, dass „Jesus Christus“ zusammen mit Obszönitäten und sexuellen Anspielungen auf die Liste gesetzt wurde. Die PTA hatte bereits zuvor Webseiten, die als pornografisch oder als Beleidigung für den Islam angesehen wurden, blockiert, doch dies ihr erster Versuch, SMS zu zensurieren.
- Bitten wir den Herrn, die pakistanischen Christen zu stärken, so dass sie Ihm auch angesichts von Diskriminierung und Schikanierung treu bleiben dürfen. Danken wir Gott für den Glauben und die Standhaftigkeit Seines Volkes in diesem Land.

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